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Indiemusik im österreichischen Film - Bilder und Sound abseits des Mainstreams
Kaum zwei Kunstformen stehen in einem so engen Austausch wie Film und Musik. Seit den Anfängen des Kinos beeinflussen sie einander gegenseitig: Schauspieler:innen versuchen sich als Musiker:innen, Popstars erobern die Leinwand, während Songs und Soundtracks längst zu prägenden Erzählelementen des Films geworden sind.
Besonders abseits des Mainstreams entstehen dabei immer wieder spannende künstlerische Überschneidungen, nicht zuletzt seit dem Aufschwung der Wiener Indie-Musikszene in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Künstler wie Voodoo Jürgens, Ja, Panik oder Oliver Welter (Naked Lunch) bewegen sich ganz selbstverständlich zwischen musikalischem Ausdruck und filmischem Erzählen und schaffen Werke, in denen sich beide Medien gegenseitig aufladen.
Wir haben drei ausgewählte Beispiele versammelt, die diesen kreativen Austausch sichtbar machen. Ergänzt wird das Programm durch passende Filmpakete sowie vertiefende Interviews, die den Verbindungen zwischen Musik, Film und künstlerischer Zusammenarbeit weiter nachspüren.
Ja, Panik
Ja, Panik gelten zurecht als eine der prägendsten deutschsprachigen Indiebands der vergangenen Jahrzehnte. Mit ihrer Verbindung aus Pop, Politik und künstlerischer Radikalität haben sie den Weg für zahlreiche nachfolgende Musikprojekte geebnet. Dabei verstand sich die Band nie ausschließlich über ihre Musik, sondern stets auch als ein offenes Kunstkollektiv, das unterschiedliche Ausdrucksformen miteinander verbindet.
Dass dabei auch der Film eine zentrale Rolle spielt, erscheint nur folgerichtig. Mit DMD KIU LIDT veröffentlichte Georg Tiller in Zusammenarbeit mit der Band einen filmischen Begleiter zu ihrem gleichnamigen, 2011 erschienenen Album. Ein eigenwilliges und atmosphärisches Porträt der Band, das sich jeder klassischen Musikdokumentation entzieht.
Während DMD KIU LIDT einen unmittelbaren, künstlerischen Blick auf Sound, Haltung und Ästhetik von Ja, Panik wirft, zeichnet Daniel Hoesls UN GRAN CASINO ein vielschichtiges Porträt einer italienischen Stadt und ihres durch den Kapitalismus bedingten Verfalls. Hier knüpft auch der einem Ja, Panik-Albumtitel entlehnte Filmtitel an: DMD KIU LIDT steht für „Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit“. Die Band steuert selbstverständlich die Musik bei, Andreas Spechtl spielt neben Sandra Ceccarelli und die Erzählung basiert auf einem Text von Thomas Köck. Beide Filme gibt es ab sofort als Filmpaket bei uns!
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Naked Lunch
Naked Lunch sind seit den 90er-Jahren ein Fixstern im österreichischen Indie-Kosmos. Über Jahrzehnte hinweg hat die Band rund um Oliver Welter einen Sound geprägt, der weit über die Grenzen klassischer Indie-Musik hinauswirkt. Nach sieben Jahren veröffentlichte die Band 2026 mit Lights (And A Slight Taste of Death) ein neues Album und knüpfte damit nahtlos an ihre besondere Stellung innerhalb der deutschsprachigen Musiklandschaft an.
Doch auch im Kino hinterließen Naked Lunch deutliche Spuren. Besonders in der Zusammenarbeit mit Regisseur Thomas Woschitz entstand Mitte der 2000er-Jahre eine enge Verbindung zwischen filmischem Erzählen und musikalischer Atmosphäre. Sowohl in SPERRSTUNDE als auch in UNIVERSALOVE ist die Band nicht nur zu hören, sondern prägt mit ihrer Musik maßgeblich die Stimmung der Filme. Die Livekonzerte zu den Screenings bleiben unvergesslich. Beide Werke finden sich in unserem Naked Lunch -Filmpaket, das die Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Band noch einmal bündelt — ein Angebot für all jene, die sich lieber auf eigenwillige filmische Welten ein- und sich von Musik leiten lassen, als auf konventionelles Unterhaltungskino. Oder, um es mit den Worten von Oliver Welter zu sagen: „We don’t need entertainment, we entertain ourselves.”
Sowohl Oliver Welter als auch Thomas Woschitz, die gemeinsam die Schulbank drückten, haben mit uns über die Zusammenarbeit und ihre besondere Beziehung zwischen Musik und Kino gesprochen und außerdem ihre Lieblingsfilme aus dem KINO VOD CLUB kuratiert.
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Voodoo Jürgens
Voodoo Jürgens spielte sich vor rund einem Jahrzehnt mit Songs wie „Heite grob ma Tote aus“ und dem dazugehörigen Album Ansa Woar tief in die Herzen der österreichische Musikfans ein. Mit seinem unverkennbaren Wiener Schmäh, tiefgehenden Alltagsbeobachtungen und einer großen Nähe zu den Figuren am Rand der Gesellschaft entwickelte sich Voodoo Jürgens rasch zu einer der markantesten Stimmen des heimischen Indie- und Austropop. Seither erschienen drei weitere großartige Alben — und auch das Kino wurde zunehmend zu einem wichtigen Teil seines künstlerischen Schaffens. Für seine Hauptrolle in RICKERL – MUSIK IST AUCH NUR EIN HOBBY wurde er sowohl bei der Diagonale als auch beim Österreichischer Filmpreis als bester Schauspieler ausgezeichnet. Bereits zuvor war er unter anderem in ANOTHER COIN FOR THE MERRY-GO-ROUND von Hannes Starz sowie in ANIMAL von Sofia Exarchou zu sehen.
Passend dazu haben wir ein Filmpaket zusammengestellt, das diese drei Werke bündelt und Voodoo Jürgens sein Charisma in seiner Breite präsentiert. Ergänzt wird es durch ein Interview, in dem er über die Entstehung seiner Musik, seine Arbeit vor der Kamera und die Verbindung zwischen filmischem und musikalischem Erzählen spricht.
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Wir wünschen viel Freude beim Schauen und Hinhören!






