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Mit Genderrollen brechen - Regisseurin Clara Stern im Interview

Wir haben Clara Stern nach ihren Lieblingsfilmen aus dem KINO VOD CLUB gefragt und dabei auch über ihren neuen Film BREAKING THE ICE (2022) gesprochen.

Clara Stern, Jahrgang 1987, ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Moderatorin. Ihr Werk umfasst etwa die Kurzfilme WARTEZEIT (2016) und MATHIAS (2017). Ihr Langspielfilmdebüt BREAKING THE ICE (2022) ist aktuell in den österreichischen Kinos zu sehen. Im Fokus ihrer Filme stehen feministische, gesellschaftskritische und -politische Themen. BREAKING THE ICE zeigt die einfühlsame Selbstfindungsstory einer Eishockeyspielerin und Nachwuchswinzerin. Ihre Lieblingsfilme im KINO VOD CLUB hat sie ebenfalls für euch herausgesucht.

Was hat dich zu diesem Film inspiriert? 

Ich wollte die Geschichte von jemandem erzählen, die sich Schritt für Schritt ihren Ängsten und Zwängen stellt. Ich glaube, dass es so viel leichter ist, so zu sein, wie andere einen haben wollen. Aber macht das glücklich? Selten. Ich wollte den Prozess des Aufbrechens erzählen, mit Mut zur Identitätssuche.

»Breaking the Ice« ist dein Langfilmdebüt. Warum hast du gerade Eishockey als Setting des Films gewählt?

Ich war auf der Suche nach einem Teamsport, weil ich für meine Erzählung die Dynamik einer Gruppe wollte, um zu erzählen, wie es Mira mit dem Druck und den Erwartungen der Gesellschaft geht. Eishockey ist ein schneller, harter Sport und ich fand es bei der Recherche beeindruckend, Frauen* mit so viel Kraft, Teamwork, Unnachgiebigkeit und gleichzeitig Eleganz zu sehen. Außerdem ist Eishockey ein Sport, wo keine Haut gezeigt wird, die Frauen* können bei der Ausübung ihres Sports nur schwer von außen zu sexuellen Objekten gemacht werden. Ihr Sport steht im Mittelpunkt. Das Eis an sich, aber auch die Rüstung, in der die Spieler*innen stecken, sind für mich tolle Metaphern für die Erzählung: Die Rüstung schützt, aber sie verdeckt auch, sie deckt zu.

Eishockey ist auch ein Sport, wo die (finanzielle) Gleichberechtigung im Sport allgemein diskutiert werden kann. Die mangelnde finanzielle Unterstützung für Frauen*teams in Österreich ist auch momentan gerade für die Vienna Sabres, die mir bei der Recherche und der Umsetzung des Films sehr geholfen haben, aktuell problematisch. Diesen Sport mit dem Film in den Mittelpunkt zu rücken, trägt hoffentlich zur Sichtbarkeit der Leistung der Sportler*innen bei, die mit dem Sport kein Geld verdienen und trotzdem alles geben. Aber gleichzeitig macht der Sport, etwa durch die visuell wenigen Zuschauer*innen deutlich, was in anderen Bereichen der Gesellschaft verdeckt passiert: ein riesiger Gender-Pay-und-Chancen-Gap.

Was hat beim Dreh besonders Spaß gemacht? Was war eine Herausforderung beim Dreh der Sportszenen?

Die Sportszenen sind deswegen herausfordernd gewesen, weil Eishockey ein wahnsinnig schneller Sport ist. Johannes Hoss, dem Kameramann, und mir war von vornherein klar, dass wir mit der Kamera mitten im Geschehen sein wollen. Das Publikum soll dabei sein, wenn wichtige Momente in Miras Leben passieren. Alle bekannten filmischen Vorbilder an Hockeyfilmen kommen aus den USA oder Kanada, da sind ganz andere Budgets im Spiel als bei einem österreichischen Film. Also mussten wir uns Techniken überlegen, mit denen wir anders unsere Vision umsetzen konnten. Ziel war es, ein Gefühl für den Sport zu vermitteln, das Tempo, die Härte, die Körperlichkeit. Wir haben viel Vorbereitungszeit in die Spielzüge gesteckt, die beiden Hauptdarstellerinnen (Alina Schaller und Judith Altenberger), haben eineinhalb Jahre trainiert, um mit den Profispielerinnen mithalten zu können. Die Drehtage in der Eishalle waren nicht nur technisch herausfordernd, die Akustik hat die Zusammenarbeit im Team auch erschwert und die Kälte war natürlich auch nicht leicht zu ertragen. Der gesamte Dreh an sich war schön, ich habe Jahre an dem Drehbuch gearbeitet, dass dann endlich alles „real“ wurde, war ein schöner Prozess.

Was war dir beim Dreh besonders wichtig?

Aufgrund der Erzählung – es ist ja immerhin auch eine Liebesgeschichte – gibt es intime Szenen im Film, dafür wollte ich unbedingt eine Intimitätskoordinatorin haben. Cornelia Dworak hat mit den Schauspieler:innen die Szenen besprochen, choreografiert und vorbereitet, und sie war beim Dreh dabei. Das hat mir die Freiheit gegeben, die intimen Szenen in einem sicheren Rahmen zu drehen, der wiederum mehr Emotionalität zulässt.

Mira ist Weinbäuerin und Kapitänin eines Eishockey-Teams – zwei Welten, die man eigentlich nicht gemeinsam assoziiert. Wie kam es dazu?

Körperlichkeit, also auch physische Abläufe, zu beobachten, ist etwas spezifisch filmisches für mich, etwas, das für mich den Reiz des Erzählens in diesem Medium ausmacht. Körperhaltungen, Gesten, Bewegung im Raum, aber auch das Verhältnis der Kamera zu den Figuren. Ich mochte die Herausforderung einer Hauptfigur, die so viel physisch arbeitet und sich trotzdem erst mit ihrem Körper und ihrer Geschlechtsidentität auseinanderzusetzen beginnt.

Außerdem ist auch die Welt der Winzer:innen sehr männerdominiert, langsam erst fangen die Töchter an, die Höfe offiziell zu übernehmen. Das macht für mich natürlich auch ein Spannungsfeld nach der Frage des Erbes auf, nach der Verantwortung, weil Miras Bruder abgehauen ist, nach der Care-Arbeit, die – so ganz nebenbei – im Familienbetrieb geleistet wird.

»Breaking the Ice« bricht mit Geschlechterrollen und zeigt auch queere Personen. Warum ist dir das wichtig?

Das Hinterfragen von Genderrollen ist für mich einer der sehr persönlichen Teile des Films. Ich hatte lange das Gefühl, nirgends rein zu passen, habe mir schwergetan, mich mit meinem Gender wohl zu fühlen, weil ich oft den Eindruck hatte, so wie ich bin, so wie ich mich verhalten möchte, passt nicht zu dem, was von mir erwartet wird. Dadurch hatte ich das Gefühl, mein „Wert“ stimmt nicht. Das hat bei mir zu viel Selbstzweifel geführt, Selbsthass, auch gegen den eigenen Körper. Es war für mich ein langer Prozess zu verstehen, dass nicht ich das Problem bin, sondern die engen Schubladen, die unsere Gesellschaft vorgibt. Gender-Binarität schränkt ein, kategorisiert, es gibt ein scheinbares Richtig und Falsch. In „Breaking the Ice“ geht die Hauptfigur Mira die Suche nach ihrer Genderidentität nicht theoretisch reflektierend an, sondern intuitiv, spielerisch. Mir war es wichtig, dass es nicht um eine Entscheidung, ein Festlegen geht, sondern darum aus Bekanntem auszubrechen: um freie Versuche, um erste Schritte, und den Mut, den es dafür braucht. Weil der Film hoffentlich dadurch auch anderen Mut macht.

Hier geht’s zu Clara Sterns Filmempfehlungen.

Credits: Johannes Hoss