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Stoff
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STOFF – EIN SPITZENGESCHÄFT spannt einen Bogen von den Stoffmärkten in Lagos über die Stickereifabriken in Lustenau bis zu den historischen Grundlagen des europäischen Wohlstands. Der Film untersucht koloniale Handelsverflechtungen anhand von Textilien und macht deren fortwirkende Machtverhältnisse sichtbar.
Im Zentrum steht die Beziehung zwischen der nigerianischen Journalistin Ireti Bakare-Yusuf und der ehemaligen Vorarlberger Exportmanagerin Marga rethe Bösch. Zwei Frauen, die auf unterschiedlichen Seiten eines kaum bekannten, aber tief in koloniale Strukturen eingebetteten Handelsnetzes stehen. Nigeria erscheint dabei n
...STOFF – EIN SPITZENGESCHÄFT spannt einen Bogen von den Stoffmärkten in Lagos über die Stickereifabriken in Lustenau bis zu den historischen Grundlagen des europäischen Wohlstands. Der Film untersucht koloniale Handelsverflechtungen anhand von Textilien und macht deren fortwirkende Machtverhältnisse sichtbar.
Im Zentrum steht die Beziehung zwischen der nigerianischen Journalistin Ireti Bakare-Yusuf und der ehemaligen Vorarlberger Exportmanagerin Marga rethe Bösch. Zwei Frauen, die auf unterschiedlichen Seiten eines kaum bekannten, aber tief in koloniale Strukturen eingebetteten Handelsnetzes stehen. Nigeria erscheint dabei nicht nur als Absatzmarkt, sondern als aktiver Ort von Wissen, Handel und kreativen Kapital, geprägt durch lokale Akteurinnen wie Iretis Mutter, die über Jahrzehnte im Textilhandel tätig war. Ausgehend von dieser Perspektive legt STOFF die historischen Grundlagen des europäischen Reichtums offen: Leinenstoffe aus Österreich, der Schweiz und Deutschland dienten im 17. und 18. Jahrhundert als zentrale Währung im transatlantischen Handel mit Versklavten. Baumwolle aus den Südstaaten der USA, pro duziert durch versklavte Arbeit, wurde zum sogenann ten „weißen Gold“ Europas. Die Geschichte des globalen Textilhandels ist damit auch eine Geschichte von Ausbeutung, Gewalt und kultureller Wiederaneignung, deren Strukturen bis heute wirksam sind.