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Frauenfußball in Nordkorea - Zwei Filme von Brigitte Weich
Die österreichische Regisseurin Brigitte Weich widmet sich in ihren Dokumentarfilmen einem außergewöhnlichen Kapitel des internationalen Fußballs: der Frauen-Nationalmannschaft Nordkoreas. Mit HANA, DUL, SED … bieten wir nun auch den Ausgangspunkt zu … NED, TASSOT, YOSSOT … bei uns im Programm an. Rund fünf Jahre nach dem ersten Film kehrt Brigitte Weich nach Nordkorea zurück, um vier Fußballerinnen der Nationalmannschaft zu befragen, wie sich ihr Leben weiterentwickelt hat. Beide Filme gibt es bei uns im Paket als Langzeitdokumentarfilm-Doppel!
In der langen Tradition der Kabinenpredigt hat uns die Regisseurin ein paar Worte mit auf den Weg gegeben:
Mit dem Dokumentarfilm … ned, tassot, yossot … ging ein auf mehreren Ebenen schwieriges und besonderes Projekt zu Ende, eine 20-jährige Reise, die im September 2002 mit einer realen Reise von Wien nach Pyongyang begonnen hatte.
Serendipity – die Gabe, zufällig glückliche und unerwartete Entdeckungen zu machen –, die Leitmotiv eines großen Mentors des Projekts, Michael Glawogger, bei den letzten Dreharbeiten seines Lebens war, erwies sich auch immer wieder als impulsgebend für die Nordkorea-Serie, die aus dieser „zufälligen“ Reise entstehen sollte.
Hana, dul, sed …, der erste Film, verdankte sich dem Umstand, dass ich in Pyongyang „zufällig“ von den dortigen Fußballerinnen hörte, aber kein Match sehen durfte. Dass ich niemanden für einen Dokumentarfilm über sie begeistern konnte, und ihnen daher zunächst zum ersten darauffolgenden Turnier in der freien Welt nachreiste, um zu sehen, was tatsächlich an den Neo-Asienmeisterinnen dran war. Dass ich mich Knall auf Fall in sie verliebte, als ich sie dort zum ersten Mal leibhaftig sah, und schließlich selbst in die Schuhe der Regisseurin und Produzentin stieg.
Das Sequel … ned, tassot, yossot … ergab sich, als ich „zufällig“ erfuhr, dass auch Nordkorea einen Film über seine Fußballerinnen gemacht hatte, eine Miniserie für das dortige Zentral-Fernsehen. Realisiert hatte die Serie die einzige weibliche Regisseurin des Landes, die zudem die einzige unverheiratete Nordkoreanerin war, die Verteidigerin Ra Mi Ae, neben sich selbst, kannte. Das war eine Gemengelage, die mich auf Anhieb interessierte. Dazu kam der plötzliche Tod von Diktator Kim Jong Il und die Chance, kurz danach für Dreharbeiten nach Pyongyang zugelassen zu werden.
Viele Jahre mit vielen Kämpfen folgten – um die Finanzierung des Films, um die Rechte an Bildmaterial der großen Fußballturniere, um aktuelle authentische Informationen aus dem Einsiedlerkönigreich … – bis … ned, tassot, yossot … 11 Jahre nach den Dreharbeiten das Licht der Leinwand erblicken konnte (in einer Vorversion bei der Diagonale in Graz im März, endgültig bei der IDFA in Amsterdam im November 2023).
Habe ich irgendwann ans Aufgeben gedacht? Habe ich irgendwann bereut, 20 Jahre meines Lebens in Nordkoreas Frauenfußball investiert zu haben? „Kunst kommt von (…)“ in meinem Fall „müssen“. Denn nicht nur ein Mal wäre „ja“ die Antwort auf beide Fragen gewesen. Aber es waren immer viel mehr die Umstände, die den nächsten Schritt in diesem Projekt bestimmt haben, als mein aktives, zielgerichtetes Wollen – oder eben die Serendipity. Und im Ende hat jeder dieser erzwungenen Schritte sich als einer in eine Richtung erwiesen, die das Projekt spannender und authentischer, diverser und reicher gemacht hat. Und damit mein Leben.
Brigitte Weich, Juli 2026
HANA, DUL, SED … (2009)
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HANA, DUL, SED … erzählt von vier jungen Frauen aus Pjöngjang, die die Leidenschaft für Fußball teilen. Für das nationale Frauenteam ausgewählt, ermöglichte ihnen der Sport lange ein angenehmes Einkommen und versprach ihnen eine hoffnungsvolle Zukunft. Doch die Auslandsreisen führten regelmäßig zu ideologischen Auseinandersetzungen, die Frauen mussten sich Schimpftiraden über ihr Regime gefallen lassen. Als das Team die Ausscheidung für die Olympischen Spiele in Athen verpatzte, nahm das Abenteuer ein Ende: Die vier wurden entlassen, jede hat sich ein Leben außerhalb des Sports aufgebaut.
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Der Film feierte seine Premiere 2009 in Locarno und wurde 2010 bei der Diagonale als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Nach jahrelangem Kampf um abgelaufene Archivrechte können wir nun beide Filme bei uns zeigen.

